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Das Geheimnis der Hermetik

Hermetik - uralte Philosophie über die Alchemie im Umgang mit Menschen und ihr Lehrer Trismegistos

Die Hermetik bezeichnet eine in der Antike wurzelnde religiöse Offenbarungs- und Geheimlehre. Der Name geht zurück auf die sagenhafte Gestalt des Hermes Trismegistos (griechisch Ἑρμῆς Τρισμέγιστος, „dreifach größter Hermes“), einer im ägyptischen Hellenismus entstandenen synkretistischen Verschmelzung des griechischen Gottes Hermes und des ägyptischen Gottes Thot, der als Verfasser der sogenannten hermetischen Schriften und als Urvater der Alchemie gilt.

Als Hermetik im engeren Sinn bezeichnet man die Strömungen, die in unmittelbarer Tradition der antiken Hermetik stehen. Im weiteren Sinn ist „Hermetik“ ein Synonym für Alchemie und okkult-esoterische Lehren überhaupt. Die Hermetik beeinflusste das naturwissenschaftliche Weltbild bis in das 17. Jahrhundert hinein und prägte den abendländischen Okkultismus.

Hermetisches Schrifttum
Herkunft

Die überlieferten hermetischen Schriften oder „Hermetika“ sind zwischen dem 1. und dem 4. Jahrhundert n. Chr. entstanden. Das ist allerdings nur der Zeitraum, in der die Schriften zu der heute überlieferten Gestalt gefunden haben. Wie weit und wohin die Wurzeln der darin enthaltenen Lehren reichen, darüber besteht keine Einigkeit. Man hat Elemente altägyptischen, jüdischen und persisch-chaldäischen Glaubens, sowie platonischer, neuplatonischer und stoischer Lehren darin ausmachen können. Über die Gewichtung der genannten Anteile besteht allerdings kein Konsens.

Hermes Trismegistos

 

Das besondere Ansehen der hermetischen Schriften beruhte auf dem Glauben, dass es sich um Zeugnisse uralten Wissens handle, da man den sagenhaften Verfasser zumindest für einen Zeitgenossen des Moses hielt, womöglich sogar für einen Vorgänger. Diese Ansicht wurde gestützt durch Cicero, der in De natura deorum einen ägyptischen Merkur mit dem Gott Thot identifizierte, der den Ägyptern lange vor den Griechen und Römern die Schrift und Gesetze gebracht hätte:

„Der fünfte Merkur wird von den Einwohnern Pheneums verehrt. Man sagt, er habe Argus erschlagen und sei deshalb nach Ägypten geflohen und habe den Ägyptern Gesetze und die Schrift gebracht. Diesen nennen die Ägypter Thot und mit demselben Namen bezeichnen sie den ersten Monat des Jahres. (Cicero, De natura deorum III, 22, 56) [2]“

Übersicht der überlieferten Texte

Über Zahl und Umfang der verloren gegangenen antiken hermetischen Schriften lässt sich nur spekulieren. Manetho (3. Jahrhundert v. Chr.) und Iamblichos von Chalkis (4. Jahrhundert) erwähnen Hermes bzw. Thot als Verfasser von 35625 Büchern, Clemens von Alexandria zählt in den Stromata (VI, 4, 35-38) zweiundvierzig Bücher des Hermes auf, die für den ägyptischen Tempeldienst als unentbehrlich bezeichnet wurden.

Die überlieferten Texte sind im wesentlichen folgende:

* das Corpus Hermeticum, eine Sammlung von 18 hermetischen Traktaten
* der Asclepius-Dialog, der zusammen mit den Werken des Apuleius von Madauros überliefert wurde, da man diesen für den Übersetzer der verlorengegangenen griechischen Vorlage hielt (koptische Fragmente hiervon fanden sich auch in der Nag Hammadi Bibliothek, Kodex VI,8)[3]
* die Tabula Smaragdina, die großen Einfluss auf die Alchemie hatte,
* die „Exzerpte“ des Stobaios, eines Gelehrten aus dem 5. Jahrhundert, der für seinen Sohn Septimius eine Sammlung von Zitaten und Exzerpten zusammenstellte, darunter einige teils umfangreiche aus hermetischen Schriften,
* als Teil der Nag-Hammadi-Schriften überlieferte hermetische Texte (VI,6, VI,7a, VI,7b, VI,8; Schrift VI,8 beinhaltet einen Teil des Asklepius-Dialogs),
* von den Kirchenvätern Tertullian, Lactantius, Clemens von Alexandria und Augustinus überlieferte Zitate und Fragmente, sowie
* die „Hermetischen Definitionen“, die in einer armenischen Übersetzung des 6. Jahrhunderts überliefert sind.[4]

Außerdem finden sich kleinere Fragmente hermetischer Schriften bei Papyrusfunden, oder sie werden in Archiven und Bibliotheken entdeckt.

Im Gegensatz zu diesen „philosophisch-theologischen Hermetika“ gibt es eine relativ umfangreiche Gruppe von Schriften, die heute als „technische Hermetika“ bezeichnet werden. Gegenstand dieser Schriften sind medizinische, astrologische, alchemistische, aber auch direkt chemisch-metallurgische Themen. Oft handelt es sich wohl um eine reine Zuschreibung an Hermes Trismegistos.

Beispiel für Schriften dieser „praxisorientierten“ Hermetik sind:

* das Buch über die 36 Dekane, ein vermutlich aus dem 1. Jahrhundert stammender astrologischer Text,
* das Centiloquium Hermetis, eine sehr populäre astrologische Aphorismensammlung, von der über 80 Manuskripte sowie mehrere Drucke aus dem Zeitraum zwischen 1484 und 1533 erhalten sind, oder
* die sogenannten Kyraniden, ein medizinisch-astrologischer Text.

Ein neuzeitliches Werk, das beansprucht in der hermetischen Tradition zu stehen, ist das sogenannte Kybalion.
Wirkungsgeschichte

In seinem apologetischen Werk Divinarum institutionum libri VII (304-311/326) versucht Lactantius, die Wahrheit des Christentums anhand der Schriften heidnischer Dichter, Philosophen und „göttlicher Zeugen“ zu untermauern. Hierbei nimmt Hermes Trismegistos noch vor den Sibyllen und den apollinischen Orakeln eine prominente Rolle ein. Lactantius zitiert Ciceros Textpassage über den ägyptischen Mercurius und führt diesen daraufhin als Zeugen für die Existenz des einen höchsten Gottes an, womit nicht nur Autorität und Alter der hermetischen Schriften für die kommenden Jahrhunderte beglaubigt wird, sondern auch der Weg für eine christliche Interpretation des Corpus Hermeticum gebahnt ist:

„Nun gehen wir zu den Zeugnissen göttlichen Ursprungs über. Aber zuerst führe ich eines an, das den göttlichen gleich ist, sowohl aufgrund seines großen Alters, als auch weil der, den ich nennen werde, von den Menschen zu den Göttern erhoben wurde. [...] Dieser war, obwohl ein Mensch, von hohem Alter und in allen Wissensgebieten höchst beschlagen, so dass er sich aufgrund seiner Vortrefflichkeit und Bewandertheit in vielen Künsten den Beinamen der „Dreimalgrößte“ erworben hat. Er schrieb Bücher, und zwar in großer Zahl, die sich der Erkenntnis göttlicher Dinge widmen. In diesen erklärt er die Herrlichkeit eines höchsten und einzigen Gottes und benennt ihn mit denselben Namen wie wir: Herr und Vater. (Lactantius, Div. inst. I, 6, 1 und 3-5) [5]“

Namhafte Hermetiker

* Arnaldus de Villanova, Tempelritter, Arzt und Alchemist, veröffentlichte einen lateinischen Text der Tabula Smaragdina
* Marsilio Ficino, Übersetzer des Corpus Hermeticum ins Lateinische
* Giovanni Pico della Mirandola, der die Lehre der Hermetik mit der Kabbala verband,
* Heinrich Cornelius Agrippa von Nettesheim, Autor von De Occulta Philosophia
* Paracelsus, Arzt und Metaphysiker
* John Dee, Mathematiker, Astrologe und Esoteriker
* Rüdiger Dahlke, Arzt, Psychotherapeut und Leiter esoterisch beeinflusster Seminare und Vorträge [6]

Kybalion
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Das Kybalion ist ein unter Esoterikern und Okkultisten populäres Buch, welches erstmals auf englisch im Dezember 1908 in Chicago veröffentlicht wurde. Das Werk beinhaltet sieben „hermetische Prinzipien“. Die Autorenschaft ist nicht ganz geklärt, da die Urheber anonym blieben und das Buch selber nur auf „drei Eingeweihte“ verweist.
Inhaltsverzeichnis
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Autorenschaft

Trotz der uneindeutigen Autorenschaft des Kybalions ist es möglich, die Herkunft des Inhalts näher zu bestimmen. Die Veröffentlichung des Buches fällt in die Zeit der Neugeist-Bewegung (New Thought) in den USA. Auch wenn das Kybalion vorgibt, reine hermetische Lehre zu überliefern, verbindet es hermetisches Gedankengut mit dem des New Thought. Die sieben hermetischen Prinzipien erinnern vor allem an Schriften bekannter Autoren jener Geistesrichtung wie bspw. William Walker Atkinson[1], deren Werke sich lange vor dem Kybalion größtenteils mit Polarität, Karma, Schwingungen und Gedankenkraft auseinandersetzten.[2]
Inhalt des Kybalions

Inhaltlich bezieht sich das Buch auf die Aussagen der Tabula Smaragdina und des Corpus Hermeticum. Laut Kybalion war jener Hermes ein ägyptischer Meister und Begründer der esoterischen Lehren die u. a. Alchemie und Astrologie umfassten. Die im Buch enthaltenen „hermetischen Prinzipien“ sollen einen Schlüssel bilden, um an die Bedeutungen hermetischer Texte herangeführt zu werden. Das Ziel der hermetischen Alchemie ist laut Buch keineswegs die Herstellung eines Steins der Weisen, welcher unedle Metalle je nach Perfektion desselben in Gold oder Silber transmutiert, sondern die Umwandlung von mentalen Schwingungen in andere mentale Schwingungen. Somit wird im Kybalion vor allem von geistiger und nicht materieller Alchemie gesprochen. Grundlage dieser Auffassung ist die im Buch vertretene Ansicht, dass das „All“ geistiger Natur ist. Dessen Struktur wird nun in sieben „Prinzipien“ näher erläutert:

1. Das Prinzip der Geistigkeit: „Das All ist Geist; das Universum ist geistig.“
2. Das Prinzip der Analogie (Entsprechung): „Wie oben, so unten; wie innen, so außen; wie der Geist, so der Körper“. Die Verhältnisse im Universum (Makrokosmos) entsprächen demnach denen im Individuum (Mikrokosmos) – die äußeren Verhältnisse spiegelten sich im Menschen und umgekehrt. Veränderungen im mikrokosmischen Bereich wirkten sich folglich auch auf die Gesamtheit aus (Magie).
3. Das Prinzip der Polarität: „Alles ist zweifach, alles ist polar; alles hat seine zwei Gegensätze; Gleich und Ungleich ist dasselbe. Gegensätze sind ihrer Natur nach identisch, nur in ihrer Ausprägung verschieden; Extreme begegnen einander; alle Wahrheiten sind nur Halb-Wahrheiten; alle Paradoxa können in Übereinstimmung gebracht werden.“
4. Das Prinzip der Schwingung: „Nichts ruht; alles ist in Bewegung; alles schwingt (siehe 5.).“
5. Das Prinzip des Rhythmus: „Alles fließt – aus und ein (siehe 4.); alles hat seine Gezeiten; alles hebt sich und fällt, der Schwung des Pendels äußert sich in allem; der Ausschlag des Pendels nach rechts ist das Maß für den Ausschlag nach links; Rhythmus gleicht aus.“
6. Das Prinzip der Kausalität (Ursache und Wirkung): „Jede Ursache hat ihre Wirkung; jedes Phänomen hat seine Ursache; alles geschieht gesetzmäßig; Zufall ist nur ein Begriff für ein unerkanntes Gesetz; es gibt viele Ebenen von Ursachen, aber nichts entgeht dem Gesetz.“
7. Das Prinzip des Geschlechts: „Geschlecht ist in allem; alles trägt sein männliches und sein weibliches Prinzip in sich; Geschlecht offenbart sich auf allen Ebenen.“

Smaragdtafeln "Tabula Smaragdina"
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Die Tabula Smaragdina (lat. für „smaragdene Tafel“) ist ein traditionell dem Hermes Trismegistos zugeschriebener Text, der die philosophische Basis der Hermetik bildet und der als Grundlagentext der Alchemie gilt.

Die Tabula ist einer der berühmtesten Texte alchemistischer und hermetischer Literatur. In den rund zwölf dunklen, allegorischen Sätzen spiegelt sich die Vorstellung eines Zusammenhangs von Mikrokosmos und Makrokosmos. Das was unten ist ist wie das, was oben ist, und das was unten ist ist das was oben ist, ein ewig dauerndes Wunder des Einen. [1]

Die älteste erhaltene Textversion findet sich im Anhang zu einem arabischen Manuskript des 6. Jahrhunderts. Im 13. Jahrhundert ins Lateinische übersetzt, wurde die Tabula im Mittelalter und verstärkt im Zeitalter der Renaissance von vielen Alchemisten kommentiert und rezipiert. Mit Beginn der modernen Naturwissenschaften und der Diskreditierung der Alchemie blieb seine Faszination auf Okkultisten und Esoteriker bis in die Gegenwart jedoch ungebrochen

Legenden von der Entdeckung der Tafel

Nach der Legende soll sich der der Text - aufgeschrieben auf zwei Säulen oder Tafeln aus Smaragd - unter eine Hermesstatue im Grab des Hermes, das sich in der Cheopspyramide befunden haben soll, aufgefunden worden sein. [2] In anderen Versionen wird erzählt, Sarah, die Frau Abrahams, habe die Tafeln im Grab des Hermes im Tal Hebron in den Händen des Leichnams von Hermes entdeckt. [3]
Inhalt

Die Tabula Smaragdina stellt ein Zitat aus einem Werk namens Geheimbuch der Schöpfung dar. Der Text wurde zur Grundlage der Alchemisten. Er beschreibt in typisch symbolischer Sprache alle vier Phasen Des Großen Werks der Alchemie. Nach Mircea Eliade in „Geschichte der religiösen Ideen“ soll diese Schrift in Spanien um 1150 aus dem Arabischen durch Gerhard von Cremona ins Lateinische übersetzt worden sein (Bd. 3/1, S. 149).

Die Aussagen der Tabula Smaragdina werden heute von vielen Esoterikern als grundlegende Wahrheiten angesehen, auf die sich auch das 1908 (anonym) veröffentlichte Kybalion mit seinen Sieben hermetischen Prinzipien beruft.
Quellen und Texte

Um das 3. oder 2. Jahrhundert tauchen im hellenistischen Ägypten griechischsprachige Schriften auf, die dem mythenhaften Autor Hermes Trismegesitus, Inhaber geheimen Wissens und Verfasser schwer zugänglicher Texte, zugeordnet werden. Zusammengefasst sind diese Texte astrologischen, magischen, medizinischen und religiös-philosophischen Inhalts unter dem Titel Corpus Hermeticum. In einem der ältesten Teile des Copus, dem Kore Kosmou (Pupille\Tochter der Welt), einem Dialog zwischen Isis und Hermes, wird erwähnt, das Hermes “alles, was er wusste, in einen Stein graviert habe, den er versteckt habe und den alle Nachkommenden suchen sollten, um an das Wissen zu gelangen.“ [4] Die hermetische Tradition blieb in Ägypten über die christlich-koptische, byzantische und bis in die Zeit der arabischen Eroberung im 7. Jahrhundert erhalten.

Bis Anfang des 20. Jahrhunderts waren nur lateinische Übersetzung der Tabula bekannt, bis der englische Historiker E.J. Holmyard (1891-1959) und der Orientalist Julius Ruska die ersten Fassungen in arabischer Sprache entdeckten. [5].

Seite aus Secretum secretorum (Kitâb Sirr al-asrâr). Arabische Handschrift

Tabula Smaragdina, Ausgabe Chrysogonus Polydorus, Nürnberg 1541

Niederländische Übersetzung, 1657
Arabische Manuskripte

Von der Tabula Smaragdina sind rund zwanzig arabische Übersetzungen aus dem Mittelalter überliefert. Die älteste Fassung ist im Anhang zu dem Traktat Secretum secretorum und zwar in einer Kopie von 825 erhalten. Als Autor erscheint hier der griechische Mystiker Apollonius von Tyana und zwar unter seinem arabischen Namen Balînûs. Die von einigen Autoren vertretene These, es habe einen griechischen Originaltext gegeben, ist zwar wahrscheinlich, konnte aber bisher noch nicht durch nicht durch Auffinden des originalen Textes bestätigt werden. Die Annahme von Apollonius als Verfasser ist nicht zu halten, wurde aber bis ins Mittelalter als sicher angenommen.[6]
Manuskripte in lateinische Übersetzung

Der Liber de scretis naturae wurde zu Angang des 12. Jahrhunderts zum ersten mal von dem am Hof des Bischofs von Tarazona tätigen Übersetzers Hugo von Santalla vom Arabischen ins Lateinische übertragen. Diese Fassung wurde jedoch wegen der geringen Verbreitung des Manuskipts kaum rezipiert. [7].

Die zweite, gekürzte lateinische Übersetzung von 1140 mit dem Titel Secretum Secretorum stammt von Johannes Hispalensis oder auch Hispaniensis , der 1220 eine längere Teilübersetzung durch Philipp von Tripoli folgte. Dieses Buch wurde zu einem der berühmtesten mittelalterlichen Manuskripte überhaupt. [8] Eine dritte lateinische Übersetzung ist in einem Alchemietraktat enthalten, das wahrscheinlich im 12. Jahrhundert verfasst worden ist. Die originale Handschrift dieses Textes ist nicht erhalten, lediglich Abschriften aus dem 13. und 14. Jahrhundert sind überliefert. Diese Fassung, auch vulgata (lat. die allgemein verbreitete) genannt, ist die am weitesteten vertreitete des Liber Secretorum. [9].
Lateinischer Text und deutsche Übersetzungen

Lateinischer Text, Nürnberg 1541
VERSIO TABULAE SMARAGDINAE HERMETIS
Qualis ea Vulgo Latino Idiomate, e Phoenicio expressa circumfertur.

VERBA SECRETORUM HERMETIS TRISMEGISTI

1. Verum, sine mendacio, certum et verissimum.
2. Quod est inferius, est sicut (id) quod est superius, et quod est superius, est sicut (id) quod est inferius, ad perpetranda miracula rei unius.
3. Et sicut omnes res fuerunt ab uno, meditatione unius: sic omnes res natae fuerunt ab hac una re, adaptione.
4. Pater ejus est Sol, mater ejus Luna; (5) portavit illud ventus in ventre suo; (6) nutrix ejus terra est.
5 (7). Pater omnis thelesmi totius mundi est hic.
6 (8). Vis (Virtus) ejus integra est, si versa fuerit in terram.
7 (9). Separabis terram ab igne, subtile a spisso, suaviter, cum magno ingenio.
8 (10). Ascendit a terra in coelum, iterumque descendit in terram, et recipit vim superiorum et inferiorum. (11) Sic habebis gloriam totius mundi. Ideo fugiat (fugiet) a te omnis obscuritas.
9. Hic (Haec) est totius fortitudinis fortitudo fortis: qua vincet omnem rem subtilem, omnemque solidam penetrabit.
10 (12). Sic mundus creatus est.
11 (13). Hinc adaptiones erunt mirabiles, quarum modus est hic.
12 (14). Itaque vocatus sum Hermes Trismegitus, habens tres partes Philosophiae totius mundi.
13 (15). Completum est quod dixi de operatione Solis.

Übersetzung der Tabula Smaragdina, Genf 1702
Eygendliche Obersetzung [10]
Der Hermetischen Smaragd=Tafel ins Deutsche auß dem Phönicischen.

Verfaßung der geheimen Künste des Hermes Trismegistens

1. Warhafftig / außer aller Vnwarheit / gewiß und warlich sage ich:
2. Die Geschöpf hie nieden gesellen sich zu denen dort oben / und diese hinwiederumb zu jenen / auf daß sie mit gesambter Hand ein Ding herfür bringen mögen / so voller Wunder steckt.
3. Vnd gleich wie alles auß einem durch deß einigen Schöpffers Wort entstanden: Also werden auch alle Ding nunmehr auß diesem einzigen ding durch anordnung der Natur gebohren.
4. Sein Vatter ist die Sonne / und seine Mutter der Mond; die Lufft träget es gleich als in Ihrer Bärmutter; seine Säugamme aber ist die Erde.
5. Diß Ding ist der Vrsprung aller Vollkommenheit der Sachen so in der Welt sind.
6. Seine Krafft ist am vollkommensten / wann es wiederumb in die Erde eingekehret ist.
7. Scheide alsdann die Erde fein von einander / so sie im Fewer gewesen / und mache ihre Dicke je subtiler und subtiler durch Hülffe des allerlieblichsten Dinges in der Welt.
8. In Summa. Steige durch großen Verstand von der Erden gen Himmel / und von dannen wiederumb in die Erde / und bringe die Krafft der öbern und untern Geschöpff zusammen / so wirst du aller Welt Herrlichkeit erlangen: Dannenhero auch kein verächtlicher Zustand mehr umb dich sein wird.
9. Diß Ding ist in allen starcken Sachen zu starck; dann es so wol die subtilste Ding überwinden als auch die härteste und dichteste durchdringen kan.
10. Auf diesen Schlag ist alles geschaffen was die Welt begreifft.
11. Dannenhero können wundersame Dinge gewircket werden / wann es auff solche Weise angestellet wird.
12. Und mir hat man deßwegen den Namen Hermes Trismegistus gegeben / weil ich alle drey Theil der Weißheit dieser gantzen Welt besitze.
13. Diß sey gesagt von dem Meisterstück der chemischen Kunst.

Neuübersetzung von Hans Dieter Leuenberger, 2006
1. Wahr, wahr, kein Zweifel darin, sicher, zuverlässig!
2. Siehe, das Oberste kommt vom Untersten, und das Un­terste vom Obersten; ein Werk der Wunder von einem Einzigen.
3. Wie die Dinge alle von diesem Grundstoff durch ein einziges Verfahren entstanden sind.
4. Sein Vater ist die Sonne, seine Mutter der Mond; der Wind hat ihn in seinem Bauch getragen, die Erde hat ihn ernährt.
5. Er ist der Vater der Zauberwerke, der Behüter der Wun­der, vollkommen an Kräften; der Beleber der Lichter.
6. Ein Feuer, das zu Erde wird.
7. Nimm hinweg die Erde von dem Feuer, das Feine von dem Groben, mit Vorsicht und Kunst.
8. Und in ihm ist die Kraft des Obersten und des Unter­sten. So wirst du zum Herrscher über das Oberste und das Unterste. Weil mit dir ist das Licht der Lichter, darum flieht vor dir die Finsternis.
9. Mit der Kraft der Kräfte wirst du jegliches feine Ding bewältigen, wirst du in jegliches grobe Ding eindringen.
10. Gemäß der Entstehung der großen Welt entsteht die kleine Welt, und das ist mein Ruhm.
11. Das ist die Entstehung der kleinen Welt, und danach verfahren die Gelehrten.
12. Darum bin ich Hermes der Dreifache genannt worden. [11]

Übersetzungen und Kommentare
Die Entdeckung der Tabual in Aurora consurgens, Ms um 1420
Kommentare aus dem Mittelalter und der frühen Neuzeit

Die Tabula und ihre legendären Auffindung wird zum erstmal in der Literatur von dem Astrologen und Übersetzer arabischer Texte Hermann von Carinthia in dem Traktat De essentiis von 1143 erwähnt [12]. Albertus Magnus erwähnt sie um 1256 in De Rebus Metallicis et de Mineralibus [13]. Zwischen 1275 und 1280 übersetzte und kommentierte Roger Bacon das Secretum secretorum [14].

Ein verbreiteter Kommentar stammt aus der Hand eines unbekannten Alchemisten namens Hortulain (= der Gätner), der in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts lebte. [15]

 

Ab 1420 kursierten Textauszüge in lateinischer Sprache als Manuskripte, darunter die illuminierte Handschrift Aurora consurgens. Eine der Illustrationen zeigt die Entdeckung der Tabula in einem kapellenartigen Gebäude. Die Tafel ist mit mit alchemistischen Symbolen versehen ist, mit Pfeil und Bogen bewaffnete schwarze Adler zielen auf den Gelehrten und seine Schüler. Die Adler repräsentieren in der Elementenlehre das Flüchtige des Elementes Luft, das dem Hermes zugeordnet ist , und wie es Claudius Ptolemäus in seinem astrologischen Grundlagenwerk Tetrabiblos darlegt, wird der erste Dekan im Zeichen des Schützen von Mercur regiert.

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